Zinsbindung bei Immobilienkrediten wählen: Die beste Laufzeit für 2025

Zinsbindung bei Immobilienkrediten wählen: Die beste Laufzeit für 2025 Jan, 29 2026

Was ist eine Zinsbindung - und warum ist sie so wichtig?

Wenn du eine Immobilie kaufst, finanzierst du sie meist mit einem Kredit. Der Zinssatz, den du dafür zahlst, ist nicht immer fest. Die Zinsbindung ist der Zeitraum, in dem der Zinssatz garantiert bleibt - egal, ob die Zinsen am Markt steigen oder fallen. Das ist dein Schutzschild gegen unerwartete Kostensteigerungen. Ohne Zinsbindung könntest du nach zwei Jahren plötzlich 5 % statt 3,5 % zahlen - und deine monatliche Rate springt um hunderte Euro.

Im Jahr 2025 liegen die durchschnittlichen Zinssätze für eine 10-jährige Zinsbindung zwischen 3,5 % und 4,0 %. Für 5 Jahre sind es knapp 3,4 %, für 15 Jahre schon 3,8-3,9 %. Wer 20 oder 25 Jahre bindet, zahlt 4,1 % bis 4,4 %. Das klingt nach wenig, aber bei einem Darlehen von 250.000 Euro macht das über 20.000 Euro Unterschied in den Gesamtkosten.

5-Jährige Zinsbindung: Günstig, aber riskant

Die kürzeste Zinsbindung lockt mit niedrigsten Zinsen. Wer 2025 eine 5-jährige Bindung abschließt, zahlt oft nur 3,2-3,6 %. Das ist attraktiv - besonders, wenn du viel Eigenkapital hast und deine monatliche Belastung minimieren willst.

Doch was kommt danach? Nach fünf Jahren musst du dich neu finanzieren. Und das ist kein einfacher Job. Du musst Angebote einholen, dich mit Banken beraten, Unterlagen sammeln - und dann hoffen, dass die Zinsen nicht noch höher sind als heute. Viele, die 2020 oder 2021 eine 5-jährige Bindung abgeschlossen haben, mussten 2025 mit über 5 % neu verhandeln. Das ist kein Einzelfall.

Die 5-Jahres-Bindung ist nur sinnvoll, wenn du sicher bist, dass du in fünf Jahren entweder umziehst, verkaufst oder deine Finanzierung komplett umstellen kannst. Oder wenn du glaubst, dass die Zinsen bald fallen. Aber wer kann das heute vorhersagen?

10-Jährige Zinsbindung: Der Goldstandard für 2025

Die 10-jährige Zinsbindung ist derzeit die meistgewählte Option - und das aus gutem Grund. Sie bietet einen klaren Kompromiss: niedrige Zinsen (3,5-3,7 %) und genug Sicherheit, um die nächsten Jahre planen zu können.

Im Jahr 2025 ist diese Laufzeit besonders beliebt. Die durchschnittliche Bindungsdauer bei neuen Krediten liegt bei 12,1 Jahren - und 10 Jahre ist der Kern davon. Warum? Weil du nach 10 Jahren ein Sonderkündigungsrecht hast. Das bedeutet: Selbst wenn du eine 15-jährige Bindung gewählt hast, kannst du nach 10 Jahren mit sechs Monaten Kündigungsfrist wechseln. Die 10-Jahres-Bindung macht das nicht nötig - du bist einfach fertig.

Finanztip empfiehlt sie ausdrücklich als "guten Kompromiss zwischen Zinssicherheit und höheren Zinssätzen". Und die Nutzerbewertungen bestätigen das: Auf Trustpilot haben 10-jährige Bindungen 4,2 von 5 Sternen. Viele schreiben: "Ich war erleichtert, dass ich nach 10 Jahren nicht wieder in den Zins-Chaos-Modus eintauchen musste."

Eine Waage vergleicht eine kurze und eine lange Zinsbindung mit symbolischen Elementen.

15-Jährige Zinsbindung: Für die, die Ruhe brauchen

Wenn du Kinder planst, eine langfristige Karriere hast oder einfach keine Lust auf Zins-Spiele hast, ist die 15-jährige Bindung die beste Wahl. Die Zinsen liegen bei 3,8-3,9 % - also etwa 0,3-0,5 Prozentpunkte höher als bei 10 Jahren. Aber du bekommst dafür 15 Jahre Planungssicherheit.

Ein Nutzer auf Reddit, "Hausbauer87", schreibt: "Ich habe 2025 eine 15-jährige Bindung genommen. Ich weiß, wie viel ich bis 2040 zahlen muss. Das gibt mir Freiheit, nicht Angst."

Experten wie Dr. Klein und die Commerzbank raten explizit dazu: "Wählen Sie bei niedrigen Baufinanzierungszinsen eine lange Sollzinsbindung."

Und hier ist der entscheidende Punkt: Die Zinsen sind heute historisch niedrig. Wer jetzt 15 Jahre bindet, sichert sich einen Zinssatz, den er in 10 Jahren vielleicht nicht mehr wiedersehen wird. Die Gesamtkosten sind höher - aber die Sicherheit ist unbezahlbar. Und die Bewertungen zeigen es: 15-Jahres-Bindungen haben 4,5 von 5 Sternen. Mehr als jede andere Laufzeit.

20+ Jahre binden? Nur mit klarem Plan

20-, 25- oder sogar 30-jährige Zinsbindungen gibt es - aber sie sind keine Standardoption. Sie sind teurer: 4,1 % bis 4,4 %. Und sie binden dich extrem lang. Wenn die Zinsen nach 5 Jahren fallen, kannst du nicht wechseln. Du bist festgefahren.

Ein Nutzer auf ImmobilienScout24 schreibt: "Ich habe 2023 eine 20-jährige Bindung abgeschlossen und bereue es. Die Zinsen sind jetzt auf 3,2 % gefallen - und ich kann nicht wechseln."

Das ist der große Nachteil: Du verlierst Flexibilität. Nur wenn du wirklich sicher bist, dass du die Immobilie mindestens 20 Jahre behalten wirst - und du keine Sondertilgungen planst - lohnt sich das. Sonst ist es ein Risiko, das du nicht brauchst.

Wie du die richtige Laufzeit findest - Schritt für Schritt

Es gibt keine eine richtige Antwort. Aber du kannst sie finden. Hier ist dein praktischer Plan:

  1. Berechne deine Zinsschwelle: Nutze das Homeday-Beispiel: Bei 250.000 Euro Darlehen und 0,8 % Zins (10 Jahre) vs. 0,6 % (5 Jahre) lohnt sich die längere Bindung erst, wenn die Anschlusszinsen über 1,15 % liegen. Wenn du glaubst, dass die Zinsen nach 5 Jahren bei 1,5 % oder höher liegen, nimm die 10-Jahres-Bindung.
  2. Prüfe deine Lebensplanung: Bist du in 10 Jahren noch in der gleichen Stadt? Hast du Kinder? Wirst du arbeiten? Wenn du unsicher bist, nimm die längere Bindung. Sicherheit ist kein Luxus - sie ist Vorsorge.
  3. Verlange Angebote für 10 und 15 Jahre: Finanztip sagt es klar: Vergleiche beide. Oft ist der Unterschied nur 0,2-0,3 % - und der Unterschied in der Sicherheit ist riesig.
  4. Verhandle die Tilgung: Vereinbare mindestens 2-3 % anfängliche Tilgung. Das reduziert deine Gesamtlaufzeit um Jahre und spart Zinsen. Die Sparkasse betont das als entscheidenden Hebel.
  5. Prüfe das Sonderkündigungsrecht: Selbst bei 15 Jahren kannst du nach 10 Jahren wechseln. Das macht längere Bindungen flexibler, als du denkst.
Drei Wege durch eine Landschaft symbolisieren verschiedene Zinsbindungsfristen.

Was Experten und Banken wirklich sagen

Commerzbank: "Sichern Sie sich lieber mit einer längeren Zinsbindung von 15 bis 30 Jahren auch langfristig niedrige Zinsen."

Dr. Klein: "Wählen Sie bei niedrigen Baufinanzierungszinsen eine lange Sollzinsbindung."

Hypochart: "Wer sinkende Zinsen erwartet, wählt eine kürzere Bindung. Wer steigende Zinsen erwartet, setzt auf eine lange Bindung."

Finanztip: "10 Jahre ist der beste Kompromiss für 2025."

Und die Zahlen sprechen: Die durchschnittliche Bindungsdauer steigt - von 11,3 Jahren 2024 auf 12,1 Jahre 2025. Das ist kein Zufall. Die Menschen merken: Sicherheit zahlt sich aus.

Die häufigsten Fehler - und wie du sie vermeidest

  • Fehler 1: Du denkst, "kostenlos" ist günstig. Aber eine 5-Jahres-Bindung mit 3,2 % ist nicht günstiger als eine 10-Jahres-Bindung mit 3,6 %, wenn du nach 5 Jahren 5 % Zinsen zahlen musst.
  • Fehler 2: Du ignorierst die Tilgung. 1 % Tilgung statt 2 % verdoppelt deine Laufzeit. Das kostet Tausende.
  • Fehler 3: Du schaust nur auf den Zinssatz. Aber auch die Nebenkosten, die Bonität und die Beleihungsgrenze zählen. Bei 80 % Beleihung sind die Zinsen 0,1-0,2 % höher.
  • Fehler 4: Du glaubst, du kannst später wechseln. Aber bei 20-jähriger Bindung hast du keine Chance - und das ist kein Fehler, den du nachträglich korrigieren kannst.

Was kommt nach 2025? Die Zukunft der Zinsbindung

Die Zinsen werden nicht ewig niedrig bleiben. Die Prognosen für 2026 sprechen von einer Seitwärtsbewegung - mit kleinen Schwankungen. Kein großer Sprung nach oben, aber auch kein Rückfall auf 1,5 %. Das bedeutet: Wer jetzt bindet, sichert sich einen Zinssatz, der in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht mehr verfügbar ist.

Die Banken bereiten sich vor. Die durchschnittliche Kreditlaufzeit liegt bei 31 Jahren - und mit längerer Zinsbindung wird sie noch länger. Wer heute 15 Jahre bindet, zahlt über 107.000 Euro Zinsen - aber er weiß genau, wie viel das ist. Wer nur 5 Jahre bindet, weiß es nicht. Und das ist der große Unterschied.

© 2026. Alle Rechte vorbehalten.