Wenn du ein Haus baust oder erweiterst, gilt BGB § 2325, eine gesetzliche Regelung, die den Mindestabstand zwischen Bauwerk und Grundstücksgrenze festlegt. Auch bekannt als Grenzabstandsregel, verhindert sie, dass dein Haus zu nah an deinem Nachbarn steht – und schützt dich vor späteren Ansprüchen. Es geht nicht um Ästhetik, sondern um Licht, Luft, Lärm und rechtliche Sicherheit.
Diese Vorschrift ist kein Vorschlag, sondern ein Gesetz. Wer sie ignoriert, riskiert nicht nur eine Abbruchverfügung, sondern auch teure Rechtsstreitigkeiten. In der Praxis heißt das: Wenn du eine Wand, ein Fenster oder sogar einen Carport innerhalb des vorgeschriebenen Abstands errichtest, kann dein Nachbar verlangen, dass du ihn entfernst – selbst wenn die Baugenehmigung schon vorliegt. Die Kommune prüft oft nur die Baupläne, nicht den BGB. Das ist ein häufiger Fehler. Der Grenzabstand, der je nach Bundesland zwischen 0,5 und 3 Metern liegt, hängt von der Art des Bauwerks und der Art der Grundstücksbebauung ab. Ein Einfamilienhaus hat andere Regeln als eine Garage oder ein Carport. Und wer in einer dicht bebauten Siedlung lebt, muss andere Abstände einhalten als jemand am Dorfrand.
Du musst nicht nur den Abstand zur Grenze beachten, sondern auch, ob dein Nachbar bereits ein Gebäude errichtet hat. Wenn er vor dir gebaut hat und dein neues Bauwerk den Abstand verletzt, hat er oft ein sogenanntes bestehendes Recht, das heißt: Er kann dich nicht einfach zwingen, etwas abzureißen, wenn sein Gebäude schon länger steht. Aber wenn du zuerst baust, dann ist die Lage anders. Hier zählt nur die Vorschrift. Und wenn du einen Anbau planst, der über die Grundstücksgrenze hinausragt – selbst nur 10 Zentimeter –, dann bist du bereits im Bereich von BGB § 2325. Keine Ausnahme, kein "es ist doch nur wenig".
Diese Regelung ist kein Hindernis, sondern ein Schutz. Sie sorgt dafür, dass du nicht plötzlich in einem dunklen, engen Kasten lebst, weil dein Nachbar ein hohes Haus gebaut hat. Sie gibt dir Recht, wenn du Licht und Luft brauchst. Und sie schützt deinen Nachbarn genauso. Wer BGB § 2325 versteht, baut nicht nur legal – er baut friedlich. Die meisten Streitigkeiten zwischen Nachbarn entstehen nicht wegen Design oder Farbe, sondern wegen zu wenig Abstand. Und das lässt sich vermeiden.
Im Folgenden findest du praktische Beiträge, die genau diese Themen aufgreifen: Wie du die Abstände korrekt berechnest, welche Ausnahmen es gibt, wie du mit Nachbarn verhandelst, wenn es knapp wird, und was du tun musst, wenn du schon gebaut hast und jetzt Probleme bekommst. Alles aus der Praxis – kein theoretisches Gesetzestext, sondern klare Anleitungen, die dir helfen, den richtigen Weg zu finden.
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