Rollläden erneuern beim Fensteraustausch: Die richtige Planung und Montage für Energieeffizienz und Funktionalität

Rollläden erneuern beim Fensteraustausch: Die richtige Planung und Montage für Energieeffizienz und Funktionalität Jan, 6 2026

Wenn du deine Fenster austauschst, solltest du den Rollladen nicht vergessen. Viele Hausbesitzer denken, sie können den alten Rollladen einfach weiterverwenden - doch das ist oft ein Fehler. Ein modernes Fenster mit integriertem Rollladenkasten spart nicht nur Heizkosten, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit, Lärmreduzierung und eine saubere Optik. Aber nur, wenn alles richtig geplant und montiert wird. In Deutschland wird seit 2024 die Energieeinsparverordnung (EnEV 2024) strenger umgesetzt, und neue Fenster müssen einen U-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) erreichen. Moderne Systeme schaffen es sogar unter 0,8 W/(m²K) - aber nur, wenn der Rollladenkasten auch richtig gedämmt ist.

Warum Rollläden beim Fensteraustausch erneuern?

Ein alter Rollladen ist oft nicht mehr kompatibel mit neuen Fenstern. Die Rahmen sind verformt, die Führungsschienen rostig, und die Dämmung ist verschlissen. Laut dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) haben kombinierte Systeme - also Fenster mit integriertem Rollladenkasten - eine um 18 % höhere Luftdichtheit als getrennte Systeme. Das bedeutet: Weniger Zugluft, weniger Kältebrücken, weniger Heizkosten. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 200 Quadratmetern Wohnfläche spart durch den Austausch von alten Fenstern mit Rollläden bis zu 500 Euro pro Jahr. Das ist fast 20 % der Heizkosten.

Doch hier liegt der Haken: Wenn du nur das Fenster ersetzt und den alten Rollladen behältst, verlierst du fast die gesamte Energieeinsparung. Der alte Kasten ist meist nicht dicht, hat keine Dämmung mehr und bildet eine Wärmebrücke. Experten wie Dipl.-Ing. Sarah Weber von der TU Darmstadt warnen: „Ein schlecht gedämmter Rollladenkasten kann den gesamten Nutzen eines neuen Fensters zunichtemachen.“

Die drei Arten von Rollladenkästen: Was passt zu dir?

Nicht jeder Rollladenkasten ist gleich. Du hast drei Hauptoptionen:

  • Aufsatzrollladen: Wird auf den Fenstersturz montiert. Ideal für Altbauten, wo die Maueröffnung uneben ist. Kein Mauerwerk muss verändert werden. Aber: Er ragt etwas nach außen und wirkt nicht so flach wie ein Einbau.
  • Einbaurollladen: Wird komplett in die Wand eingebaut. Optisch sauber, perfekt für Neubauten oder umfassende Sanierungen. Erfordert aber eine präzise Maueröffnung - Abweichungen über 3 mm pro Meter sind nicht erlaubt.
  • Aufbaurollladen: Wird direkt am Fensterflügel befestigt. Sehr selten, meist nur bei Sonderlösungen oder bei sehr engen Maueröffnungen. Weniger stabil und weniger dämmend.

Bei Neubauten oder kompletten Sanierungen ist der Einbaurollladen die beste Wahl. In Altbauten mit historischen Fassaden oder unebenen Öffnungen greifen die meisten Handwerker auf Aufsatzrollläden zurück. Laut einem Test von „Bauen & Wohnen“ (12/2023) waren 7 von 15 getesteten Systemen Aufsatzmodelle - und sie waren die einzigen, die in 80 % der Altbau-Fälle problemlos montiert werden konnten.

Die richtige Planung: Messen, messen, messen

Bevor du ein Fenster bestellst, musst du die Öffnung genau vermessen. Nicht nur die Innenseite - sondern auch die Außenkante. Ein Fehler von nur 2 mm pro Meter führt dazu, dass der Fensterflügel nicht mehr richtig schließt. Das ist kein theoretisches Problem - 87 % der Handwerker auf fensterbauer-forum.de nennen das als häufigste Fehlerquelle.

Die Messung muss auf ±1 mm genau sein. Nutze eine Laser-Wasserwaage wie die Bosch GCL 2-50. Sie hat eine Genauigkeit von ±0,3 mm pro 10 Meter. Du misst:

  1. Breite oben, in der Mitte und unten - nimm den kleinsten Wert
  2. Höhe links, in der Mitte und rechts - wieder den kleinsten Wert
  3. Die Tiefe der Laibung - wichtig für die Wahl des Rollladenkastens

Wenn die Laibung uneben ist, musst du sie vorher ausbessern. Ein Putz mit Dämmstoffen oder ein spezielles Ausgleichssystem wie das von VEKA hilft. Aber: Kein Fenster darf auf einer unebenen Wand montiert werden. Das führt zu undichten Stellen, Rissen im Putz und später zu Feuchtigkeitsschäden.

Schnittansicht dreier Rollladenkasten-Typen mit isolierten Schichten und Dichtungen in technischer Darstellung.

Montage: Was du brauchst und wie du es machst

Die Montage eines Fensters mit integriertem Rollladenkasten dauert bei einem Profi etwa 3,5 Stunden pro Fenster. Heimwerker brauchen 6 bis 8 Stunden - und das, wenn alles gut geht. Hier ist der Ablauf:

  1. Altes Fenster und Rollladen entfernen: Achte darauf, die Wellenlagerposition zu markieren. Das hilft später bei der Ausrichtung.
  2. Laibung vorbereiten: Entferne losen Putz, reinige die Fläche, prüfe auf Feuchtigkeit. Falls nötig: Dämmung nachrüsten.
  3. Fenster einsetzen: Nutze Komprimierbänder wie die 3M VHB 5952. Sie halten mit 24 N/cm² und sorgen für eine luftdichte Verbindung. Die Fensterhöhe muss mit der Laserwaage exakt ausgerichtet werden - jede Abweichung von mehr als 2 mm pro Meter führt zu Schließproblemen.
  4. Rollladenkasten dämmen: Verwende expandiertes Polystyrol (EPS 035) mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(mK). Das ist der Standard, den auch die Odenwälder Fenstermanufaktur in ihrem YouTube-Video empfiehlt. Der Kasten muss vollständig ausgefüllt sein - keine Hohlräume!
  5. Dichtungen anbringen: Schaumstoffdichtungen mit mindestens 25 mm Dicke an Fenster und Kasten. Das verhindert Zugluft und Kondenswasser.
  6. Prüfen: Fenster öffnen und schließen - Rollladen hoch und runter. Kein Quietschen, kein Anpressen, kein Spiel.

Ein häufiger Fehler: Die Gurtführung wird nicht richtig ausgerichtet. 31 % aller negativen Bewertungen auf fenster24.de beklagen genau das. Der Rollladen hakt, klemmt, oder die Lamellen verziehen sich. Das kommt oft von falscher Montage des Führungsschienenhalter.

Kosten: Was du wirklich zahlen musst

Ein komplettes Fenster mit integriertem Rollladenkasten kostet zwischen 1.850 und 2.200 Euro pro Fenster (120x140 cm). Das ist 25-35 % mehr als ein separates System. Aber: Du sparst Montagezeit. Ein vorgefertigtes Modul verkürzt die Arbeitszeit um durchschnittlich 45 Minuten pro Fenster - laut toom.de-Bewertungen.

Wenn du nur das Fenster wechselst und den Rollladen behältst, zahlst du etwa 1.480-1.650 Euro. Aber du verlierst den energetischen Vorteil. Und später musst du trotzdem den Rollladen erneuern - dann zahlt du doppelt.

Die gute Nachricht: Seit Januar 2024 fördert das BAFA bis zu 1.200 Euro pro Fenster, wenn es ein integriertes System ist - und der U-Wert unter 0,95 W/(m²K) liegt. Das macht den Aufpreis viel leichter zu tragen.

Smartes Rollladensystem senkt sich bei Sonnenuntergang, Energieeinsparung wird digital angezeigt.

Die besten Hersteller und Trends 2026

Der Markt für Fenster mit Rollladen ist stark gewachsen. 2023 wurden 1,2 Milliarden Euro umgesetzt - ein Anstieg von 8,5 % gegenüber 2022. Die Top-Hersteller sind:

  • Schüco: Marktanteil 22 %. Ihr System AWS 75.SI Smart steuert den Rollladen automatisch über eine App - bei Sonne fährt er runter, bei Regen hoch.
  • VEKA: 18 % Marktanteil. Bekannt für stabile Profile und einfache Montage.
  • Aluplast: 15 % Marktanteil. Gute Preis-Leistung, besonders für Sanierungen.

Neu in 2024: Schüco hat ein System mit integrierter Klimasteuerung lanciert, das auf Außentemperatur, Wind und Sonneneinstrahlung reagiert. Die Odenwälder Fenstermanufaktur arbeitet an einem neuen Dämmsystem, das den U-Wert um weitere 15 % senken soll.

Langfristig geht die Branche zu modularen Systemen - also Fenstern, die später um Smart-Home-Funktionen erweitert werden können, ohne das ganze Fenster zu ersetzen. Das ist besonders für jüngere Bauherren attraktiv, die heute auf Komfort setzen, aber nicht alles auf einmal bezahlen wollen.

Wann lohnt es sich nicht?

Nicht jedes Haus profitiert von einem integrierten Rollladen. In denkmalgeschützten Altbauten ist oft eine äußere Montage verboten. Auch bei sehr schmalen Maueröffnungen oder stark verformten Laibungen kann der Einbau unmöglich sein. Dann bleibt der Aufsatzrollladen die einzige vernünftige Option.

Architekt Michael Schäfer von der Bundesarchitektenkammer warnt: „Viele Systeme erreichen in der Praxis nicht die laborbedingten Werte - besonders in Altbauten mit unebenen Öffnungen.“ Das heißt: Mach dich nicht von Werbeversprechen blenden. Frag nach Messprotokollen, nicht nach Zahlen auf dem Flyer.

Was du jetzt tun solltest

1. Prüfe deine Fensteröffnung: Mit einer Wasserwaage. Ist die Wand senkrecht? Abweichung über 3 mm? Dann muss die Laibung ausgebessert werden.

2. Entscheide dich für den Typ: Neubau? Einbau. Altbau mit unebener Wand? Aufsatz.

3. Wähle einen Hersteller mit Dämmzertifikat: Schau nach dem ift-Rosenheim-Zeichen oder dem DIBt-Prüfzeugnis.

4. Rechne die Förderung mit ein: BAFA zahlt bis zu 1.200 € - aber nur für integrierte Systeme mit U-Wert unter 0,95.

5. Bestelle mit genauen Maßen: Lass dich nicht von „Standardgrößen“ überreden. Jedes Fenster muss maßgeschneidert sein.

Ein Fenster mit Rollladen ist keine einfache Reparatur - es ist eine Investition in deine Energiebilanz, deinen Komfort und deine Immobilie. Wer hier spart, zahlt später doppelt.

Kann ich den alten Rollladen beim Fensteraustausch behalten?

Nein, das ist nicht empfehlenswert. Alte Rollladenkästen haben meist keine Dämmung mehr und bilden Wärmebrücken. Selbst wenn der Rollladen noch funktioniert, verliert du bis zu 80 % der Energieeinsparung, die ein neues Fenster bringen könnte. Die Luftdichtheit sinkt, und es entstehen Kondenswasserprobleme. Es ist besser, gleich ein neues, integriertes System zu montieren.

Wie viel kostet die Montage eines Fensters mit Rollladen?

Die Montage kostet zwischen 250 und 400 Euro pro Fenster, abhängig von der Komplexität. Bei einem Einbau in eine unebene Wand oder bei speziellen Anforderungen kann es bis zu 600 Euro kosten. Die Materialkosten für das Fenster mit Rollladen liegen zwischen 1.850 und 2.200 Euro - das macht insgesamt 2.100 bis 2.600 Euro pro Fenster. Die BAFA-Förderung von bis zu 1.200 Euro reduziert diese Kosten erheblich.

Welche Rollladenkästen sind am besten für Altbauten?

Für Altbauten mit unebenen Maueröffnungen sind Aufsatzrollläden die beste Wahl. Sie werden auf den Fenstersturz montiert und verändern nicht die Wandstruktur. Sie sind einfacher zu installieren, brauchen keine tiefgreifende Sanierung der Laibung und lassen sich auch bei denkmalgeschützten Fassaden oft genehmigen. Systeme von VEKA oder Schüco bieten spezielle Aufsatzlösungen mit integrierter Dämmung, die den energetischen Vorteil nicht verlieren.

Wie lange dauert die Montage eines Fensters mit Rollladen?

Ein erfahrener Handwerker braucht durchschnittlich 3,5 Stunden pro Fenster (120x140 cm). Heimwerker ohne Erfahrung benötigen 6 bis 8 Stunden. Der kritischste Schritt ist die exakte Ausrichtung des Fensterrahmens - allein dafür können schon 90 Minuten verstreichen. Wenn die Laibung vorher nicht vorbereitet ist, dauert es noch länger.

Wann lohnt sich die Förderung vom BAFA?

Die BAFA-Förderung lohnt sich, wenn du ein integriertes Fenster-Rollladen-System mit einem U-Wert von unter 0,95 W/(m²K) einbaust. Dann bekommst du bis zu 1.200 Euro pro Fenster - das ist fast die Hälfte der Materialkosten. Die Förderung gilt nur für den Einbau in bestehenden Gebäuden, nicht für Neubauten. Du musst den Antrag vor der Bestellung stellen und einen Fachhandwerker beauftragen.

Was ist ein U-Wert und warum ist er wichtig?

Der U-Wert misst, wie gut ein Bauteil Wärme isoliert. Je niedriger der Wert, desto besser. Ein altes Fenster hat oft einen U-Wert von 2,5 oder höher - das bedeutet viel Wärmeverlust. Moderne Fenster mit Rollladen erreichen 0,75-0,95 W/(m²K). Das spart Heizkosten und verhindert Kältebrücken. Die EnEV 2024 schreibt für neue Fenster einen Maximalwert von 1,3 vor - aber wer modernisiert, sollte deutlich besser sein.

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