Die richtige Küchengröße planen: Abstände und Ergonomie in der Küche

Die richtige Küchengröße planen: Abstände und Ergonomie in der Küche Feb, 20 2026

Wie groß muss deine Küche eigentlich sein? Und warum ist es nicht nur wichtig, dass alles reinpasst, sondern dass du dich darin auch wohlfühlst? Viele Menschen denken, eine Küche ist nur ein Raum mit Schränken, Spüle und Herd. Doch eine wirklich gute Küche ist ein Werkzeug - und wie jedes Werkzeug muss sie genau auf dich zugeschnitten sein. Wenn du ständig den Rücken krümmt, dich an den Oberschränken anstößt oder mit einem Topf durch den Gang stapfen musst, dann ist das keine Planung. Das ist ein Fehler. Und der lässt sich vermeiden.

Deine Körpergröße bestimmt die Höhe deiner Arbeitsfläche

Die meisten Küchen werden nach Standardmaßen gebaut - 85 cm Höhe für die Arbeitsfläche, 90 cm für die Spüle, 75 cm für das Kochfeld. Aber was, wenn du 160 cm groß bist? Oder 185 cm? Dann passt das nicht. Du musst nicht in einer Küche kochen, die für jemand anderen gebaut wurde. Die DIN 66354 sagt klar: Die Höhe der Arbeitsfläche sollte sich an deiner Körpergröße orientieren. Es gibt keine Einheitsgröße.

Bei 155 cm Körpergröße ist 80 cm Arbeitsfläche optimal. Bei 160 cm sind es 85 cm. Bei 165 cm geht es auf 90 cm. Und wer 185 cm misst, braucht 110 cm. Das ist kein Luxus. Das ist Gesundheit. Wer jahrelang mit zu niedriger Arbeitsfläche kocht, hat mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Wer zu hoch steht, belastet die Schultern. Die richtige Höhe macht den Unterschied zwischen einem Tag, an dem du dich nach dem Kochen erschöpft fühlst, und einem, an dem du dich einfach gut fühlst.

Das Gleiche gilt für Spüle und Kochfeld. Die Spüle sollte ein paar Zentimeter höher sein als die Arbeitsfläche - das verhindert, dass du dich beim Abwasch fast durchbiegst. Das Kochfeld wiederum sollte etwas tiefer liegen, damit du gut in den Topf sehen kannst. Bei 170 cm Körpergröße: Arbeitsfläche 95 cm, Kochfeld 89 cm, Spüle 100 cm. Diese Zahlen sind nicht willkürlich. Sie kommen aus Studien, bei denen Menschen mit verschiedenen Größen gekocht haben - und gemessen wurde, wo der Körper am wenigsten Stress hat.

Der Abstand zwischen Arbeitsfläche, Spüle und Herd - das magische Dreieck

Stell dir vor, du holst das Gemüse aus dem Kühlschrank, gehst zur Spüle, spülst es ab, bringst es zur Arbeitsfläche, schneidest es, gehst zum Herd, stellst den Topf auf - und dann merkst du, dass du fast einen halben Kilometer gelaufen bist. Das ist kein Traum. Das ist eine schlecht geplante Küche.

Die Lösung: das sogenannte "magische Dreieck". Es besteht aus den drei wichtigsten Punkten: Kühlschrank, Spüle und Kochfeld. Zwischen diesen drei Punkten sollte keine Seite länger als 150 cm sein. Ideal sind 100 bis 120 cm. Warum? Weil du in einer Küche nicht laufen sollst. Du sollst arbeiten. Jeder Schritt, den du unnötig machst, kostet Zeit und Energie. Wenn du das Dreieck eng hältst, brauchst du weniger Schritte. Und das macht den Unterschied, wenn du jeden Abend kochst.

Und wenn du zu zweit kochst? Dann brauchst du nicht nur ein kleines Dreieck. Du brauchst Platz, um nebeneinander zu stehen. Deshalb ist der Abstand zwischen den Küchenzeilen entscheidend. Wenn du allein kochst, reichen 80 bis 100 cm. Aber wenn du oft mit jemandem zusammen kochst - oder deine Kinder helfen - dann solltest du mindestens 120 cm frei lassen. Sonst stößt du dich an den Schranktüren, und der Weg wird zur Hindernisbahn.

Abstände unter den Oberschränken - nicht zu nah, nicht zu weit

Wie oft hast du schon den Kopf an den Oberschrank geschlagen? Oder musstest dich ducken, um an die Töpfe zu kommen? Das liegt nicht an deiner Größe. Das liegt an einer falschen Planung. Der Abstand zwischen Arbeitsfläche und Oberschränken sollte zwischen 54 und 60 cm liegen. Warum genau dieser Bereich? Weil du darunter noch gut arbeiten kannst - ohne den Kopf zu heben - und gleichzeitig die Schränke noch gut erreichen kannst. Wenn du nur 45 cm hast, dann ist es ein Kampf, einen Teller herauszuholen. Wenn du 70 cm hast, dann ist es schwer, die Schränke zu nutzen. Du musst auf einen Hocker steigen. Und dann stürzt du.

Das gilt auch für die Spüle. Hier reichen 55 cm Abstand. Und beim Kochfeld? 60 cm. Das ist der Standard für Dunstabzugshauben. Aber Achtung: Bei Gaskochfeldern empfehlen Experten mindestens 65 cm. Warum? Weil die Flammen höher schlagen. Und weil du nicht willst, dass sich Fett an der Decke festsetzt. Wenn du Platz sparen willst, überleg dir einen Dunstabzug mit Unterbau. Der zieht den Dampf nach unten - und lässt dir Platz über dem Herd für weitere Schränke. Das ist eine clevere Lösung für kleine Küchen.

Zwei Personen kochen in einer U-förmigen Küche mit ausreichend Platz zwischen den Schränken und gut beleuchteten Arbeitsflächen.

Die richtige Tiefe: Unterschränke, Oberschränke und Arbeitsfläche

Ein Unterschrank sollte 60 bis 80 cm breit sein. Das ist die Standardbreite. Aber die Tiefe ist entscheidend: 60 cm ist ideal. Warum? Weil du dann noch gut in den Schrank greifen kannst. Wenn er tiefer ist - sagen wir 70 cm - dann musst du dich fast hineinbeugen, um an die Töpfe hinten zu kommen. Und das ist unbequem. Wenn du einen tiefen Schrank brauchst - zum Beispiel für einen großen Backofen - dann wähle eine breitere Front. Dann hast du mehr Platz zum Greifen.

Oberschränke dagegen sollten nur 35 cm tief sein. Kürzer als die Arbeitsfläche. Warum? Weil du sonst den Kopf anstößt. Und weil du sonst die Lichter blockierst. Ein zu tiefer Oberschrank macht die Küche dunkel. Und dunkel ist nicht nur ungemütlich. Es ist auch unsicher. Wenn du nachts in die Küche gehst, brauchst du Licht. Und du brauchst Platz über dir.

Die Arbeitsfläche selbst sollte 60 bis 70 cm tief sein. Das ist die Norm. Aber wenn du oft backst oder viel schneidest, dann überleg dir, ob du eine breitere Fläche brauchst. Einige Hersteller bieten 75 cm an. Das ist gut, wenn du Platz hast. Aber dann musst du auch die Durchgänge breiter machen. Sonst passt nichts mehr.

Die Küche als Arbeitsplatz - nicht als Lagerhalle

Die Küche ist kein Abstellraum. Sie ist ein Arbeitsplatz. Und wie jeder Arbeitsplatz braucht sie Struktur. Die beste Planung folgt der natürlichen Abfolge: Lagern - Vorbereiten - Zubereiten - Anrichten. Das heißt: Der Kühlschrank steht nahe der Eingangstür. Dann kommt die Spüle. Dann die Arbeitsfläche. Dann das Kochfeld. Und daneben der Teller- oder Geschirrschrank. Diese Reihenfolge spart Schritte. Und Schritte sind Zeit. Und Zeit ist Lebensqualität.

Wenn du deine Lebensmittel im Kühlschrank hast, dann solltest du sie nicht erst durch die ganze Küche tragen müssen, um sie zu verarbeiten. Wenn du das Gemüse abspülst, dann solltest du direkt daneben schneiden können. Wenn du kochst, dann solltest du die Töpfe direkt vom Herd in die Spüle bringen können. Das ist kein Luxus. Das ist Effizienz. Und Effizienz macht das Kochen zur Freude - nicht zur Last.

Mindestgrößen: Wie groß muss deine Küche wirklich sein?

Es gibt keine ideale Küchengröße. Aber es gibt Mindestgrößen, die du nicht unterschreiten solltest. Eine U-Küche braucht mindestens 15 m². Warum? Weil sie drei Seiten mit Schränken, Arbeitsfläche und Geräten hat. Wenn du weniger Platz hast, wird sie eng. Und eng ist nicht nur unpraktisch. Es ist auch gefährlich. Wenn du dich nicht mehr drehen kannst, dann ist das kein Design. Das ist ein Risiko.

Eine L-Küche ist flexibler. Sie passt in Räume von 8 bis 12 m². Sie nutzt die Ecke aus - und das ist clever. Die Wege sind kurz. Die Fläche ist effizient. Und sie lässt sich leicht erweitern, wenn du später mehr Platz brauchst. Für kleine Wohnungen ist das die beste Lösung.

Und was ist mit der Kücheninsel? Sie ist nicht nur ein Modeelement. Sie ist ein Arbeitsplatz. Eine gute Insel sollte 80 bis 100 cm lang und 80 bis 120 cm tief sein. Wenn sie nur 60 cm tief ist, dann ist sie zu schmal. Dann kannst du nicht mehr kochen. Dann ist sie nur ein Tisch. Und dann brauchst du einen Esstisch. Und dann ist die Küche überladen.

Fluss der Küchenarbeit: von der Aufbewahrung über Waschen, Zubereiten bis zum Kochen in einer kompakten, gut geplanten Küche.

Die Durchgänge: Nicht zu eng, nicht zu weit

Ein Durchgang in der Küche ist kein Flur. Er ist ein Arbeitsweg. Und er muss breit genug sein, damit du dich sicher bewegen kannst. Wenn du allein kochst, reichen 80 cm. Aber wenn du oft Gäste hast, oder deine Kinder helfen, dann brauchst du 120 cm. Warum? Weil du dann nicht mehr ständig ausweichen musst. Weil du nicht mehr die Türen zuknallen musst, weil jemand vorbeikommt. Weil du nicht mehr Angst hast, jemanden anzustoßen.

In kleinen Räumen unter 10 m² kannst du mit 70 bis 90 cm arbeiten. Aber dann musst du auf andere Dinge verzichten. Keine Insel. Keine Sitzbank. Keine breiten Schränke. Du musst Prioritäten setzen. Und das ist okay. Aber du musst wissen: Jeder Zentimeter, den du sparen willst, kostet dich Komfort. Und Komfort ist das, was eine Küche lebenswert macht.

Die Planung beginnt mit dem Aufmaß - und nicht mit der Auswahl der Farbe

Bevor du dich für weiße Schränke oder schwarze Arbeitsplatten entscheidest, musst du den Raum messen. Nicht grob. Sondern genau. Breite, Höhe, Tiefe. Jede Ecke. Jeder Vorsprung. Jedes Rohr. Jeder Heizkörper. Jeder Abfluss. Jedes Fenster. Alles. Denn wenn du einen Schrank planst, der genau dort hineinpasst, wo ein Heizkörper steht, dann hast du ein Problem. Und das Problem ist nicht der Schrank. Das Problem ist die Planung.

Markiere alles. Mach Fotos. Schreibe auf, wo die Stromanschlüsse sind. Wo das Wasser kommt. Wo die Lüftung ist. Und dann zeichne einen Grundriss. Nicht auf dem Handy. Auf Papier. Mit einem Lineal. Denn nur so siehst du, ob deine Idee wirklich funktioniert. Wenn du das nicht machst, dann bist du nicht der Planer. Du bist der Kunde, der später den Fehler bezahlt.

Was du nicht vergessen darfst: Licht und Sitzplätze

Die Küche braucht Licht - und zwar von oben und von vorne. Wenn du hinter der Spüle stehst und das Fenster hinter dir hat, dann wirfst du Schatten auf die Arbeitsfläche. Und dann siehst du nicht, ob das Gemüse geschnitten ist. Deshalb: Licht von vorne. Und wenn das nicht geht, dann setze LED-Leisten unter die Oberschränke. Das ist heute Standard. Und es macht den Unterschied.

Und was ist mit Sitzplätzen? Wenn du eine Insel hast, dann ist eine Sitzbank eine gute Idee. Aber sie sollte nicht tiefer als 60 cm sein. Und der Gang dazwischen? 70 cm. Sonst kannst du nicht an den Tisch heran. Und wenn du einen Stuhl hast, dann brauchst du mindestens 45 cm Platz dahinter. Sonst kannst du ihn nicht rausziehen. Das klingt trivial. Aber es ist der Unterschied zwischen einer Küche, die funktioniert - und einer, die du nur selten nutzt.

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