Anzeigenkosten auf Immobilienportalen: So funktionieren Pakete und Reichweite 2026
Feb, 18 2026
Wenn du deine Wohnung oder dein Haus verkaufen oder vermieten willst, bist du fast zwangsläufig auf Immobilienportale angewiesen. Doch was kostet das wirklich? Und warum unterscheiden sich die Preise zwischen Immowelt und ImmobilienScout24 so stark? Die Antwort liegt nicht nur in den Zahlen, sondern in der Reichweite, den Features und den versteckten Fallstricken. Viele Privatleute zahlen mehr als nötig, weil sie nicht wissen, wie die Pakete funktionieren - oder weil sie die automatische Verlängerung übersehen haben. Hier ist, was du 2026 wirklich brauchst.
Wie viel kostet eine Immobilienanzeige wirklich?
Die Preise für Immobilienanzeigen variieren so stark, dass du fast schon ein Mathe-Genie brauchst, um sie zu durchschauen. Bei Immowelt kannst du für eine Mietanzeige bei Neukunden sogar 0 Euro zahlen - das ist kein Tippfehler. Die Plattform lockt mit einer kostenlosen Testphase von zwei Wochen. Danach wird es teuer: Für vier Wochen liegen die Kosten zwischen 19,95 und 174,90 Euro. Warum so viel Spielraum? Weil die Preise vom geschätzten Wert deiner Immobilie abhängen. Eine 3-Zimmer-Wohnung in Graz kostet anders als ein Einfamilienhaus in Salzburg. Bei ImmobilienScout24 gibt es keine kostenlose Testphase für Privatanbieter. Hier zahlt man pauschal 44,90 Euro für eine Anzeige (inklusive MwSt.), egal ob du eine Einzimmerwohnung oder ein Anwesen verkaufst.
Für den Verkauf ist der Unterschied noch deutlicher. Immowelt verlangt 44,90 bis 184,90 Euro für zwei Wochen, 64,90 bis 259,90 Euro für vier Wochen. ImmobilienScout24 hingegen hat ein festes Preismodell: 44,90 Euro für eine einzelne Anzeige. Wer mehrere Objekte vermarktet, greift zum „Immobilienwert Monatspaket-10“: 49,90 Euro zuzüglich MwSt. für 10 Anzeigen pro Monat. Das ist für Makler oder Investoren, die regelmäßig verkaufen, deutlich günstiger als Einzelpakete.
Welche Pakete gibt es - und was bringt was?
Es reicht nicht, einfach eine Anzeige zu schalten. Die Unterschiede zwischen den Paketen entscheiden darüber, ob du überhaupt Interessenten bekommst - oder ob deine Immobilie im digitalen Nirwana verschwindet.
Immowelt bietet drei Hauptpakete an:
- Immo Basic: Deine Anzeige erscheint auf immowelt.de, immonet.de und weiteren Partnern. Du kannst Fotos, Grundrisse und sogar 360°-Rundgänge hochladen. Dazu bekommst du detaillierte Statistiken: Wer hat deine Anzeige angeklickt? Wie lange hat er sich aufgehalten? Das ist nützlich, aber nicht entscheidend.
- Immo Highlight: Hier wird deine Anzeige farblich hervorgehoben - also nicht nur grau, sondern bunt. Wichtig: Sie landet auf den ersten drei Suchergebnisseiten. Bei Immowelt sind das die Plätze, die die meisten Klicks bekommen. Kein Wunder, dass fast jeder, der wirklich verkaufen will, hier zugreift.
- Immo Power: Das Premium-Paket. Es enthält alle Features von Highlight - plus drei garantierte Anfragen. Ja, du hast richtig gelesen: Wenn du dieses Paket kaufst, bekommst du mindestens drei echte Interessenten, die dich kontaktieren. Wenn nicht, bekommst du Geld zurück. Das ist kein Marketing-Gag. Das funktioniert wirklich - laut Nutzerberichten auf Trustpilot.
ImmobilienScout24 ist simpler. Es gibt kaum Pakete, sondern eher Add-ons. Das „Immobilienwert 5er-Paket“ für 69,90 Euro inklusive MwSt. ist für die, die mehrere Anzeigen schalten wollen. Aber der wahre Clou ist die Integration von Finanzierungsoptionen: Wenn du dein Objekt mit einem Finanzierungsangebot deiner Bank verknüpfst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du einen Käufer findest. Denn viele Interessenten suchen nicht nur nach einer Immobilie - sie suchen gleichzeitig nach einem Kredit.
Reichweite: Wer hat wirklich mehr Nutzer?
Ein Portal mit hohen Preisen, aber wenig Reichweite, ist sinnlos. Und umgekehrt: Ein günstiges Portal mit nur 2.000 Besuchern am Tag bringt dir nichts.
ImmobilienScout24 ist der Marktführer. Monatlich nutzen rund 25 Millionen Menschen die Plattform. Das ist mehr als die Einwohnerzahl Österreichs. Immowelt kommt auf etwa 15 Millionen - immer noch enorm, aber deutlich weniger. Das bedeutet: Wenn du nur ein Portal wählst, solltest du ImmobilienScout24 bevorzugen. Es hat einfach mehr Leute, die aktiv suchen.
Aber: Immowelt verteilt deine Anzeige über mehrere Portale. Mit dem Immo Basic-Paket landet deine Immobilie nicht nur auf immowelt.de, sondern auch auf immonet.de, immobilienscout24.de (ja, richtig gelesen) und weiteren Anbietern. Das ist ein Trick, den viele nicht verstehen. Du zahlst für ein Paket - und erscheinst auf mehreren Plattformen. Das erhöht deine Reichweite, ohne dass du extra bezahlen musst.
Im Vergleich: ImmobilienScout24 ist ein einzelnes, riesiges Tor. Immowelt ist ein Netzwerk aus mehreren Toren - und du zahlst nur für ein Ticket. Wer mehr Sichtbarkeit will, wählt ImmobilienScout24. Wer clever sein will, nutzt Immowelt mit Immo Basic.
Versteckte Kosten und Fallstricke
Die größte Falle? Die automatische Verlängerung. Beide Portale verlängern deine Anzeige, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Bei Immowelt ist die Frist nur 24 Stunden vor Ablauf. Wenn du vergisst, kündigst du automatisch für weitere vier Wochen - und zahlst bis zu 174,90 Euro mehr. Ein Nutzer auf Reddit beschreibt es so: „Ich habe versehentlich 174,90 Euro gezahlt, weil ich die Kündigungsfrist nicht beachtet habe.“
ImmobilienScout24 hat eine 14-Tage-Kündigungsfrist - das ist besser. Aber auch hier gibt es Überraschungen: Die Preise für gewerbliche Kunden werden ohne Vorwarnung angepasst. Ein Makler berichtete auf Trustpilot, dass er plötzlich 30 Prozent mehr zahlen musste, weil die Plattform seine Anzahl an Objekten als „höheres Risiko“ eingestuft hat. Keine Rechnung, keine Benachrichtigung - einfach ein neuer Preis.
Ein weiterer Punkt: Die Erstellung der Anzeige. Du denkst, du schreibst ein paar Zeilen, lädst ein Foto hoch - und fertig. Falsch. Eine vollständige Anzeige mit 360°-Rundgang, Grundriss, Video, Energieausweis und detaillierter Beschreibung dauert bei Ungeübten durchschnittlich 90 Minuten. Erfahrene Nutzer brauchen 45 Minuten. Wenn du das nicht schaffst, wirkt deine Anzeige billig - und Interessenten schalten sofort weiter.
Was ist mit KI, 3D und Finanzierung?
2026 ist kein Jahr für einfache Anzeigen mehr. Die großen Portale haben sich verändert. Immowelt hat im Oktober 2025 eine KI-gestützte Preisempfehlung eingeführt. Du gibst deine Immobilie ein - und die KI sagt dir: „Deine Wohnung ist zu teuer um 8 Prozent.“ Das ist nicht nur hilfreich - es verhindert, dass deine Anzeige ignoriert wird.
ImmobilienScout24 hat im November 2025 eine 3D-Visualisierung hinzugefügt. Du kannst jetzt nicht nur Fotos sehen, sondern dein Haus virtuell betreten. Das ist besonders für teure Objekte wichtig. Wer 800.000 Euro für ein Haus ausgibt, will mehr als 10 Fotos. Er will das Gefühl haben, darin zu stehen.
Und dann gibt es noch die Finanzierung. ImmobilienScout24 arbeitet mit über 50 Banken zusammen. Wenn du deine Anzeige mit einem Finanzierungsvorschlag verknüpfst, siehst du nicht nur mehr Interessenten - du bekommst auch qualitativ bessere. Denn wer sich schon vorher mit der Finanzierung beschäftigt hat, ist ein echter Käufer - kein bloßer Neugieriger.
Was ist besser: Immowelt oder ImmobilienScout24?
Keine pauschale Antwort. Es kommt darauf an, was du willst.
- Wenn du privat verkaufst und wenig Budget hast: Starte mit Immowelt. Nutze die kostenlose Testphase. Wenn du keine Anfragen bekommst, upgrade auf Immo Highlight. Die Garantie von drei Anfragen im Immo Power-Paket lohnt sich oft - besonders bei teuren Objekten.
- Wenn du privat verkaufst und maximale Reichweite willst: Gehe zu ImmobilienScout24. Die 44,90 Euro sind ein fester Preis, und du bist auf der größten Plattform. Aber: Du musst deine Anzeige perfekt machen. Sonst geht sie unter.
- Wenn du als Makler oder Investor mehrere Objekte verkaufst: ImmobilienScout24 mit dem Monatspaket-10 ist die klare Wahl. Du sparst Geld, hast mehr Sichtbarkeit und profitierst von den Finanzierungs-Integrationen.
- Wenn du vermietest und schnell einen Mieter willst: Immowelt mit der kostenlosen Testphase ist ideal. Du testest, ohne Geld zu verlieren. Wenn es funktioniert, zahle für die zweite Phase. Wenn nicht - du hast nichts verloren.
Was ändert sich 2026?
Experten rechnen mit einer Preiserhöhung von 3 bis 5 Prozent. Der Grund? Die Immobilienpreise steigen - und die Portale passen ihre Gebühren an. Wer jetzt nicht aufpasst, zahlt nächstes Jahr mehr. Auch die EU-Verbraucherrechterichtlinie ab Januar 2025 hat die Transparenz verbessert: Du musst jetzt klar sehen, wann deine Anzeige automatisch verlängert wird. Aber: Die Fristen bleiben knapp. Die Kündigung ist immer noch deine Verantwortung.
Die Zukunft gehört den Portalen, die nicht nur Anzeigen schalten, sondern ganze Lösungen anbieten: KI, Finanzierung, 3D, Statistiken. Wer nur ein Foto hochlädt, verliert. Wer strategisch denkt, gewinnt.
Kann ich meine Immobilienanzeige wirklich kostenlos schalten?
Ja, aber nur bei Immowelt und nur für Mietanzeigen. Neukunden bekommen zwei Wochen kostenloses Test-Posting. Danach wird es automatisch kostenpflichtig, wenn du nicht 24 Stunden vor Ablauf kündigst. Für den Verkauf gibt es keine kostenlose Option. ImmobilienScout24 bietet keine Testphase an.
Warum kostet eine Anzeige bei Immowelt manchmal 0 Euro und manchmal 174 Euro?
Weil der Preis vom geschätzten Wert deiner Immobilie abhängt. Je teurer das Objekt, desto höher die Anzeigenkosten. Eine 3-Zimmer-Wohnung in Graz kostet etwa 40 Euro, ein Einfamilienhaus mit 300.000 Euro Wert kann bis zu 174 Euro kosten. ImmobilienScout24 hat dagegen einen festen Preis - egal wie teuer die Immobilie ist.
Ist das Immo Power-Paket von Immowelt wirklich eine gute Investition?
Ja - besonders wenn du ein teures Objekt verkaufst oder vermietest. Das Paket garantiert drei Anfragen. Wenn du keine bekommst, bekommst du dein Geld zurück. Viele Nutzer berichten, dass sie tatsächlich mehr Anfragen hatten - oft sogar über die drei hinaus. Es ist kein Marketing-Trick, sondern ein funktionierendes Angebot.
Welches Portal hat mehr Nutzer: Immowelt oder ImmobilienScout24?
ImmobilienScout24 hat mit 25 Millionen monatlichen Nutzern die größte Reichweite. Immowelt kommt auf etwa 15 Millionen. Allerdings verteilt Immowelt deine Anzeige über mehrere Plattformen - das erhöht deine Sichtbarkeit, ohne dass du extra zahlst. Für den Verkauf ist ImmobilienScout24 die erste Wahl. Für Mietangebote kann Immowelt durch Multi-Portal-Veröffentlichung besser sein.
Was passiert, wenn ich meine Anzeige nicht rechtzeitig kündige?
Beide Portale verlängern deine Anzeige automatisch. Bei Immowelt ist die Frist nur 24 Stunden vor Ablauf - das ist sehr knapp. Bei ImmobilienScout24 hast du 14 Tage Zeit. Wenn du nicht kündigst, zahlst du erneut - oft ohne dass du es merkst. Viele Nutzer zahlen versehentlich mehrere hundert Euro extra, weil sie die Kündigungsfrist übersehen haben.
Brauche ich technisches Know-how, um eine gute Anzeige zu erstellen?
Ja, besonders wenn du 360°-Rundgänge, Grundrisse oder Videos nutzen willst. Ein erfahrener Nutzer braucht 45 Minuten, ein Anfänger bis zu 90 Minuten. Wenn du das nicht schaffst, wirkt deine Anzeige schlecht - und Interessenten gehen weiter. Beide Portale bieten Tutorials an, aber die Qualität der Anzeige liegt in deiner Hand.
Soll ich für den Verkauf zwei Portale gleichzeitig nutzen?
Ja - aber nicht einfach so. Nutze ImmobilienScout24 für maximale Reichweite. Dazu kannst du Immowelt mit dem Immo Basic-Paket ergänzen, um deine Anzeige auf mehreren Plattformen zu platzieren. So verdoppelst du deine Sichtbarkeit, ohne doppelt zu bezahlen. Aber: Vermeide es, dieselbe Anzeige auf mehreren Portalen zu veröffentlichen, wenn sie nicht perfekt ist. Das wirkt unprofessionell.